Heraldik – Teil III

7. Februar 2013   Heraldik Keine Kommentare

Von Claus J. Billet

…oder ein anderes Beispiel :Ein Interessent meldet sich bei mir und möchte wissen ob für seine Familie irgendwo ein Wappen eingetragen ist.
Sein Familienname ist “Hacker”. Nun kann ich natürlich in den einschlägigen Wappen- Sammlungen nach diesem Namen suchen – aber – hier gibt es unzählige Familien mit dem selben Namen . Welches Wappen gehört nun zu seiner Familie ?
Man darf nicht einfach eines dieser eingetragenen Wappen herauszusuchen und behaupten dies ist das “meiner” Familie. Das wäre ja recht einfach – ist aber nicht erlaubt !
Die eingetragenen Wappen sind geschützt. ( § 12 BGB – Namensrecht ) *
Hier muß nachgewiesen werden, dass diese Person in der männlichen Stammesfolge tatsächlich zu dieser Wappenführenden Familie gehört.
Oder möchte jemand sich mit “fremden Federn” schmücken ?
Sollten nachfolgende Generationen irgendwann feststellen, dass hier über lange Zeit in dem Irrglauben gelebt wurde: „Dies ist unser Wappen!“
Wohl kaum !
Also ist es besser, wir suchen in unseren Familienpapieren nach Anhaltspunkten.
Dazu ist es aber notwendig, sämtliche Familienangehörige der männlichen Stammfolge aufzulisten. Mit möglichst genauen Angaben über Geburtsort, Geburtsdatum, Land, Landkreis, Beruf, Hochzeitsdatum, Ehefrau, Religionszugehörigkeit, Sterbedatum, Sterbeort, Kinder – einfach Alles, was irgendwie in Erfahrung zu bringen ist.
Je mehr Anhaltspunkte vorhanden sind – um so besser.
Auf Grund dieser Daten kann eine Suche in verschiedenen Archiven erfolgen.
Es sind schon sehr oft die erstaunlichsten Familien-Chroniken auf diese Art und Weise ausgegraben worden.

* Hierzu folgen später noch Erläuterungen.
Im vorliegenden Fall war die Suche anfänglich recht kompliziert, da nicht allzu viele Angaben vorhanden waren. Auch stellte sich im Laufe der Suche heraus, dass eine Kindesannahme eine Namensänderung beinhaltete.
Da kann eine Suche schon mal ins Stocken geraten. Geduld ist hier eine Tugend.
Aber letztendlich kamen wir zu einem Ergebnis :
Die Familie “Hacker “ stammt ursprünglich aus Oesterreich (1871). Der jetzige Wohnsitz der Familie ist in Hessen. Und in der etymologischen Namensbetrachtung ist festgestellt:
Berufsname zu mittelhochdeutsch: Hauen, Hacken.
Mittelniederdeutsch: Hecker, Hacker – Holzhacker, Weinhacker-Weinbauer.
Bayrisch – Oesterreichisch: Fleischhacker, Metzger.
Eine Wappeneintragung dieser Familie lag nicht vor.
Nach den umfangreichen Recherchen hat sich der Kunde entschlossen, ein eigenes Wappen entwickeln zu lassen.
In der Wappengestaltung kam Folgendes zum Entwurf:
Die Streitaxt im ersten rechten Feld deutet auf den Familiennamen hin.
Im linken oberen Feld wurde als Zeichen der Geschlechterabstammung der alte 1430 verwendete doppelköpfige Adler von Oesterreich-Ungarn verwendet.
Im linken unteren Feld als Zeichen des Familiensitzes wurde der hessische Löwe gewählt.
 
Die Blasonierung (Wappenbeschreibung):
Gespalten; vorn in blau eine goldene Streitaxt, hinten Gold-Blau geteilt, oben der doppelköpfige österreichische Adler, unten der aufrecht stehende hessische Löwe.
Auf dem Helm mit blau-goldenen Decken eine goldene Laubkrone, darin – nach rechts gewendet – wachsend ein rotbewehrter und gezungter silberner Löwe, in der rechten Pranke eine goldene Streitaxt haltend.
Begleitet von einem offenen Flug “Adlerschwingen”, blau-gold übereck geteilt.
Als Wappenstifter wurde der Auftraggeber und seine Ehefrau genannt.
Unter Entwurf und Gestaltung wird dann meine Wenigkeit genannt.
Ebenso ist vom Wappenstifter dieFührungsberechtigung festgelegt – und zwar: “Der Wappenstifter und seine Ehefrau, sowie alle ehelichen Nachkommen, solange sie den Familiennamen führen.
Dies alles ist dann eingetragen in der Wappenrolle des “Wappen-Löwen“ unter der Register-Nr.: 2247 – 07/02 vom 22.Juli 2002
Damit ist dieses Familienwappen urheberrechtlich geschützt und gehört einzig und allein dieser Familie. Eine Verwendung oder Nutzung diese Wappens durch Unbefugte kann strafrechtlich verfolgt werden .
Ich kann also nur davor warnen sich irgend ein “schönes Wappen” aus einer Sammlung herauszusuchen und für eigene Zwecke zu verwenden.
 

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