Weissbrenner

Bedeutung und Herkunft von Familiennamen können hier besprochen werden.
Bitte als Titel immer nur den Familiennamen angeben.
Irmgard
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Weissbrenner

Beitrag von Irmgard » 15.01.2014 13:56

die Namenerklärung im Wappen Weissbrenner ist ein schönes Beispiel für beinahe "ich weiß zwar nicht, aber denke mal"...

Ohne eigene Ahnenforschung um den tatsächlichen Ursprung zu ermitteln, ist der BEGRIFF "Weißbrenner" ohne Wertigkeit der Reihenfolge:
a) eine Berufsbezeichnung für einen Sodahersteller,
b) Weißbrenner in Töpferei, Ofenplattenbau; Klinkerhersteller,
c) berufsmäßigen Zeugen = Weißbrenner = Leumund wiederherstellen = Unschuld beteuern/ durchs Feuer gehen. Auch wird der Begriff vereinzelt für "geschützte" Juden gebraucht und bleiben wir beim roden, so meint man mit dem Begriff "weißbrennen"
d) das Ausstocken = Wurzelnausgraben z.B. nach dem Baumfällen.

Aber vielleicht ist der eigene FN auch während der Wanderung durch andere Sprachräume verändert worden und war ursprünglich die Herkunftsbezeichnung aus einem Ort namens Weisbrunn o.ä.

schönen Gruß.. Irmgard :lol:
Gewöhnlich glaubt der Mensch, wenn er nur Worte hört, es müsse sich dabei doch auch was denken lassen.

Fam.-Nam.-Bildung und Wort-/Begriff-Erklärung sind zweierlei! Wort- bzw. Begriff-Erklärungen führen zur Personifizierung eines Fam.-Namens und sind unbewiesene Spekulationen! Tatsächlich sind Fam.-Namen Adressen (wie ihre adligen Vorbilder) nach regionalen Regeln gebildetet aus Orts-/Örtlichkeitsnamen =Herkunftsnamen, die sich manchmal fälschlich als Worte lesen!

Andy
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Re: Weissbrenner

Beitrag von Andy » 17.01.2014 19:02

Vielen Dank für die weiteren Beispiele von "ich weiß zwar nicht, aber denke mal"... :D !
Aber den Ursprung unseres Familiennamens kennen wir tatsächlich nicht genau. Die Namensdeutung wurde von unserem Heraldiker vorgenommen, da wir auf dem Gebiet ja Laien sind. Unsere Ahnenforschung hat ergeben, dass unser ältester bekannter Vorfahre in Königsberg/Ostpreußen gelebt hat und zwar Anfang/Mitte des 19. Jahrhundert.Und dieser war Schuhmacher. Mehr wissen wir leider nicht. Es würde mich freuen, wenn ich hier vielleicht mehr erfahren würde. Natürlich bin ich für jeden Tipp, Ratschlag oder Info dankbar!
Einen lieben Gruß, Andy.

Irmgard
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Re: Weissbrenner

Beitrag von Irmgard » 17.01.2014 22:56

tut mir leid, Andy, aber ich weiß :lol: es gibt nur kein eindeutiges Ergebnis, weil die Ahnenforschung fehlt.



...und wie Ahnenforschung funktioniert, weiß ich auch ;-) schön ordentlich anhand der eigenen Daten von Vater zu Vater zurück... und ich weiß, das ist nicht einfach.
..und 18./19.Jhdt. ist für einen Namen gar nichts.. da ist er mindestens schon 400 Jahre, wenn nicht mehr, auf "Wanderschaft", aber mit Glück auch nicht ;-) kommt drauf an.... (Zuwanderer nach der Pest?)

:prost: Irmgard
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Andy
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Re: Weissbrenner

Beitrag von Andy » 18.01.2014 19:00

Stimmt, zeitlich gesehen ist das natürlich nichts. Aber welche Möglichkeiten hätte ich denn noch. Wie gesagt komme ich jetzt nicht weiter, da es nur bis zum besagten Vorfahren Aufzeichnungen gibt, davor verliert es sich. Und der Name ist ja auch nicht sonderlich häufig anzutreffen. Bin für jeden Tipp dankbar!MfG

Irmgard
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Re: Weissbrenner

Beitrag von Irmgard » 18.01.2014 21:47

Hallo Andy,

Ahnenforschung ist Detektivarbeit und führt fast nie zum Ziel, sondern nur zu neuen Ergebnissen und immer mindestens 2 neuen Fragen. Das spannende daran ist, die Quellen ausfindig zu machen wie z.B. diese http://genealogischenotizen.blogspot.de ... -eine.html

und nichts geht ohne Fleiß und Biß und Geduld und oft helfen die Erfahrungen Gleichgesinnter, die ebenfalls in der Region suchen.

Du sagst, du hast Daten um 1850 im Raum Königsberg? das ist dein Ansatz: Datum des letzten=ältesten Ereignisses Geburt/ Eheschließung/ Tod und wo sie registriert wurde. Wo lagern die Kirchenbücher? gibt es welche? wo war das Standesamt? welches war zuständig? (Ort/ Religion)
Du sagtest der älteste dir bekannte Ahne war Schuhmacher? das war ein reisendes Gewerbe, nicht unbedingt ein seßhaftes... kann also sein, daß der Wohnsitz öfter im Umkreis wechselte - also brauchst du eine gute Karte (finde eine im netz) .. und wenn du damit wirklich anfängst, dann hoffe nicht auf schnelle Erfolge, sondern rechne mit einem langen und spannendem Hobby :wink:

Ich bin ziemlich sicher, daß du irgendwann zwischen 1700 und 1750 oder wenig später eine Namenänderung finden könntest, auch eine Zuwanderung, was auch die "Seltenheit" erklären würde.

Jetzt mußt du nur noch überlegen: anfangen .. oder glauben, was so einfach klingt: weiß= weiße Haare + brennen=roden :lips: oder einfach sagen: bei mir fängt die Geschichte an und gut ist!

LG Irmgard
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Fam.-Nam.-Bildung und Wort-/Begriff-Erklärung sind zweierlei! Wort- bzw. Begriff-Erklärungen führen zur Personifizierung eines Fam.-Namens und sind unbewiesene Spekulationen! Tatsächlich sind Fam.-Namen Adressen (wie ihre adligen Vorbilder) nach regionalen Regeln gebildetet aus Orts-/Örtlichkeitsnamen =Herkunftsnamen, die sich manchmal fälschlich als Worte lesen!

Andy
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Re: Weissbrenner

Beitrag von Andy » 24.01.2014 23:09

Hallo Irmgard!

Du hast mir mit deinen Antworten schon sehr weitergeholfen. Und du hast recht, aus einer Frage werden Zwei! :shock:
Nun habe ich eine Neue: Wie kann ich denn die Geburts-, Heirats-Kartei, 1790-1874 aus Königsberg einsehen,bzw. wo muss ich das beantragen? Auf der Internetseite des Geheimen Staatsarchivs Preußischer Kulturbesitz in Berlin habe ich nichts gefunden.
Danke für Deine Hilfe!

Irmgard
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Re: Weissbrenner

Beitrag von Irmgard » 25.01.2014 11:15

Hallo Andy,

bevor du an ein Archiv eine kostenpflichtige Anfrage stellst (Musterschreiben findest du hier im "Goldenen Archiv", Stichwort :Standesamt: , bitte selber suchen) , würde ich prüfen, welche andere Möglichkeiten ich habe: was ist mit den zuständigen KB´s geschehen, wo lagern sie? usw. und wichtig: kann ich die alte Schrift lesen? (Sütterlin üben!)

Jetzt tue ich etwas, das tue ich sonst nie, aber du scheinst wirklich wild entschlossen zu sein.. ich schreibe dir einen Tipp per PN.

Viel Glück!
LG Irmgard

Andy
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Re: Weissbrenner

Beitrag von Andy » 25.01.2014 12:15

Hallo Irmgard!
Leider konnte ich deine PN nicht lesen,da sie nicht vollständig geladen wurde. Vielleicht könntest du sie nochmal versenden? :) Also ich habe bereits einen Antrag beim Standesamt I in Berlin gestellt,um die Geburtsurkunde meines Ururgroßvaters zu erhalten. Ich hoffe dadurch etwas über seine Eltern erfahren zu können. In einigen Adressbüchern aus Königsberg und Umgebung findet man den Namen Weißbrenner (Insterburg, Angerburg, Wehlau), aber ich weiß nicht in welchem Zusammenhang sie überhaupt zu meiner Familie stehen. Fakt ist,das der Name überwiegend in Ostpreußen und Pommern vorkam (ältester Fund von 1765). Ich habe auch schon angefangen in der Liste der Salzburger Exulanten nachzustöbern,leider taucht der Name dort bis jetzt nicht auf. Einziger Anhaltspunkt ist bis jetzt mein Ururgroßvater, von dem ich zwar Geburts-und Sterbedatum habe, aber nichts über seine Eltern. Ich danke Dir vielmals für deine Hilfe!

Irmgard
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Re: Weissbrenner

Beitrag von Irmgard » 25.01.2014 12:24

moin, du konntest nicht öffen, weil ich gerade editiert habe :-) Jetzt funktioniert es aber hoffentlich.

Und deine Erklärung bestärkt meine Annahme, daß du Feuer gefangen hast.

Eine Anmerkung dazu: wenn es in der Umgebung ein höheres Aufkommen des Fn gibt, bedeutet das, daß die Familie dort schon lange ansässig war. Ja, da muß man die Dokumente einsehen und sich genau an die Fakten halten.
Ich habe in solchen Fällen stets alle Daten gesammelt und so ein Familienbild erhalten, das mitunter Klarheit brachte. Man bekommt dann einen Blick für Verwandtschaft und Wanderung.

Viel Erfolg!

..und gerne darfst du hier im Forum für Ahnenforschung bzw. Forscher im Netz einen neuen Beitrag unter deinem Namen eröffnen und von Zeit zu Zeit deine Ergebnisse mitteilen. Das würde mich interessieren und manchmal melden sich irgendwann Gleichnamige oder Forscher, die den Namen am Rande ihrer eigenen Forschung fanden.

Andy
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Re: Weissbrenner

Beitrag von Andy » 25.01.2014 16:31

Was hälst Du von der Seite Familysearch.org? Habe gehört, dass sie dort den größten Bestand an Kirchenbüchern, Geburts-und Sterbeurkunden von Königsberg auf Mikrofilm haben sollen. Natürlich nicht online bereitgestellt, sondern gegen eine Leihgebühr! :wink:
Bei diesem Angebot an "Ahnenforscherseiten" bekommt man schnell Kopfschmerzen! :lol:
Ich werde wohl erstmal abwarten was beim Standesamt Berlin rauskommt und hoffe, dass ich dort Antworten bekomme. Zumal die Wartezeiten dort ziemlich lang sein sollen!

LG, Andreas

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