Dialekte

auch Off-Topic oder Plauderecke genannt.
Hier kann man sich auch mal ungezwungen abseits der Ahnenforschung und Heraldik austauschen.
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salsa
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Dialekte

Beitrag von salsa » 05.06.2008 21:22

Hallo Freundinnen/Freunde,

manchmal bin ich bei Medien-Meldungen ein wenig verwirrt.

Manchmal wird in Nachrichtenmeldungen von der Ortschaft Grevenbrooch gesprochen.
In anderen Meldungen wird von Grevenbreuch gesprochen.
Handelt es dabei um denselben Ort? Oder um unterschiedliche Orte?
Muß ich möglicherweise weitere Mundarten/Dialekte lernen - - wozu ich eigentlich nicht bereit bin?
Oder muß ich lernen, wie man jeden Ort in Deutschland richtig ausspricht?
Tun das diejenigen, die in dem Ort wohnen auch von anderen Orten?
Oder ist das denen egal - Hauptsache ihr Ort wird nach ihrer Mundart ausgesprochen?

************
Manche Nachrichtenmeldungen berichten von Dortmund; andere wieder von
Dooaartmund.
Was von beiden ist richtig?
Muß ich auch da möglicherweise weitere Mundarten/Dialekte lernen - - wozu ich eigentlich nicht bereit bin?

************
Manche Nachrichtenmeldungen berichten von Bochum (Aussprache wie " noch "); andere wieder von Booochum.
Was von beiden ist richtig?
Muß ich auch da möglicherweise weitere Mundarten/Dialekte lernen - - wozu ich eigentlich nicht bereit bin?

************
Manche Nachrichtenmeldungen berichten von Liddel (die Supermarktkette); andere wieder von Liiieeedel.
Was von beiden ist richtig?
Muß ich auch da möglicherweise weitere Mundarten/Dialekte lernen - - wozu ich eigentlich nicht bereit bin?

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Thomas
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Beitrag von Thomas » 05.06.2008 21:35

Hallo Heinz,

ich habe mich da in der Vergangenheit auch schon mehrfach gewundert.
Dass ein Ortsname lokal oft anders ausgesprochen wird ist verständlich, dass das aber auch teilweise in den Medien so gemacht wird, verwundert dann doch.
Eine Erklärung hierfür habe ich aber auch noch nicht gefunden.
Viele Grüße
Thomas

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Claus J.Billet
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schmunzel...

Beitrag von Claus J.Billet » 05.06.2008 22:14

Dialekte sind das Salz in der Suppe der Sprache.
Kaum jemand wird seine Aussprache so gründlich verändern können, daß die eigentliche Zugehörigkeit zu einer speziellen Landsmannschaft völlig verschwindet und nicht doch in einigen Schwankungen zu erkennen ist.
Warum auch . :?:
Die "Mundart" wird ja praktisch mit der "Muttermilch" eingesogen, ist Bestandteil der Erziehung. :lol:
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salsa
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Beitrag von salsa » 05.06.2008 23:06

Hallo Claus,

Du hast ja im Grunde recht.
Doch frage ich mich manchmal, wie die Lehrer in den Grundschulen das so bei den Diktaten oder Aufsätzen so handhaben.
Streichen die das als Fehler an, wenn einer der ABC-Schützen statt Lidl tatsächlich "Liieedel" schreibt, weil er das eben mit der "Muttermilch" eingesogen hat und somit eigentlich nichts dafür kann?
Vermutlich läßt er das durchgehen - oder?
Ist ja bei dem Lehrer auch ein wenig landsmannschaftlicher Stolz dabei - oder?
Und was sagt die Pisa-Studie dazu? Läßt die solche landmannschaftliche Ausdrucksweise auch gelten?

Allerdings habe ich (als Norddeutscher) auf einem Lehrgang in Wiesbaden, auf dem Lehrgangsteilnehmer aus diversen deutschen Bundesländern zusammen kamen, auch erlebt, dass z.B. Teilnehmer aus dem "Ländle" (Baden-Württemberg) im Unterricht "richtiges" Hochdeutsch" sprachen.

Sie erwiderten auf meine diesbezügliche Frage, dass sie zu Hause richtig breit "schwäbelten" - aber im Dienst eben hochdeutsch sprächen.

Ich fand das ausgesprochen nobel.
Zeigte es doch, dass sie sich auf dem Boden hochdeutscher Sprache genauso bewegen konnten, wie auf dem Boden ihrer bereichgebundenen Mundart - je nachdem, mit wem sie es gerade zu tun hatten.

Ok - ich muß dabei erwähnen, dass es sich dabei um Leute handelte, die sich in leitenden Positionen befanden.
Ich denke, dass die meisten Landsleute so sprechen, wie sie es mit der "Muttermilch" eingesogen haben und sich nicht die Mühe machen, "allgemeinverständlich" (hochdeutsch) zu sprechen :- ))

Sei's drum :- ) )

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Claus J.Billet
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Beitrag von Claus J.Billet » 06.06.2008 13:06

@ salsa

...natürlich wird selbst hier im Süddeutschen Raum bereits ab der Grundschule die deutsche Sprache in Wort und Schrift gelehrt ( also "Hochdeutsch ") :lol:
Und selbstverständlich wird der ABC-Schütze mit Geduld auf die dialektischen Unterschiede der Ausdrucksweise und Schriftform hingewiesen. :lol:
Nicht umsonst sind die ...äh..."Süddeutschen" für ihre ...hüstel...geistige Beweglichkeit bekannt. :!: :oops:
Und wenn man einen "Süddeutschen", zu Besuch in Hannover, an seiner etwas melodiös eingefärbten Aussprache erkennt,
( er "schwäbelt" ), so zeigt dies doch eindeutig auf:
1.) Ein "Süddeutscher" hat grundsätzlich keine Angst.
2.) Er traut sich durchaus zu, daß die intelligenten "Hochdeutschen" ihn verstehen werden.
3.) ER versteht sie schließlich auch :!:

...übrigens, unter "Süddeutschen" verstehe ich Baden-Württemberger und Bayern :!: :lol:

Womit unser Wahlspruch:
Wir "Süddeutschen" können alles...
...wir verstehen sogar "Hochdeutsch"
seine Bestätigung findet :!: :lol: :lol:
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