Familie von Rehbock

Allgemeine und spezielle Fragen oder Hinweise zur Heraldik.
Irmgard
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Beitrag von Irmgard »

Danke Claus, für die nochmalige Hervorhebung!

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http://www.geschichte-polle.de/html/FEB ... cke02.html

Es ist immer schwierig, hinterfragende Anmerkungen zu einer Arbeit zu schreiben, wenn der Autor eine respektable Person ist, die man persönlich verehrt und deren Arbeit zudem auch glaubwürdig zu sein scheint und schmeichelhaft interpretiert werden kann.

Leider verhindert eine solche Verehrung eine eigene ordentlich Ahnenforschung oftmals. Auch wird in der Auflistung der Absatz überlesen :"Leider mangelte es bei dem Chronisten an festen Daten. Der mit Anna Postin vermählte (Johann)Rehbock war der Letzte seines Stammes. Seine Ehe blieb kinderlos."

Es wird auch nicht realisiert, daß es kein generelles Familienwappen gibt! Sondern nur viele Rehbock-Wappen - falsche und echte. Eine "Übernahme" ist oftmals nicht korrekt.

Ferner läßt man die wetfälische Geschichte der Fam.-Namen außer Acht, insbesondere der Haus- und Hofnamen. Viele Familien führten ein "von"( =aus) bis ins 20.Jh. und wenige bis ins Heute ohne von Adel zu sein, ursprünglich einfach als Herkunftsbezeichnung der Wohnstätte. In der oben genannten Arbeit liest man deutlich <dictus>, eben die Regel, sich nach dem Hof, dem Haus, dem Ort zu nennen.
Bei vielen Hoffamilien finden sich falsche Ahnenreihen, weil sie nach dem Namen aufgestellt wurden, ungeachtet der Besitzfolge und damit der verschiedenen FN bzw. der Genealogie.
Zum Namen selber, könnte ich mir beim ersten "Hausmeister"= Castellan der Burg, sowohl einen Hausnamen "Rehbock"(vielleicht ein Wirtshaus) vorstellen, aber auch die Herkunft von einem Wohnplatz "Rehbach" ...oder die Abstammung aus Rehburg-Loccum? man sollte sich durch den "spaßigen" Plural -böcke- nicht irreleiten lassen.

Wer eine ehrliche Ahnenreihe vorweisen möchte, der kann nicht anders, als anhand der eigenen Daten von Vater zu Vater zurückzuforschen und lose Recherchen an die Seite zu legen, bis man eine Zuordnung dokumentieren kann. Dann zeigt sich bald, ob man berechtigt ist ein altes Wappen zu übernehmen oder ob man nur ein Namensvetter ist.

netten Gruß.. Irmgard

edit: Tippfehler, meine Tastatur hat Gicht :-)
Zuletzt geändert von Irmgard am 21.02.2011 11:27, insgesamt 2-mal geändert.
Gewöhnlich glaubt der Mensch, wenn er nur Worte hört, es müsse sich dabei doch auch was denken lassen.

Fam.-Nam.-Bildung und Wort-/Begriff-Erklärung sind zweierlei! Wort- bzw. Begriff-Erklärungen führen zur Personifizierung eines Fam.-Namens und sind unbewiesene Spekulationen! Tatsächlich sind Fam.-Namen Adressen (wie ihre adligen Vorbilder) nach regionalen Regeln gebildetet aus Orts-/Örtlichkeitsnamen =Herkunftsnamen, die sich manchmal fälschlich als Worte lesen!
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Claus J.Billet
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Beitrag von Claus J.Billet »

Sorry, doch noch einen Eintrag gefunden. :!:

Wappen-Eintragung "Rehbock" (Livonie):

Sammlung "Armorial Général" :
De gu. à un cerf ramp.de sa. Cq. cour.
C.: une ramure de serf de sa.
L.: d`or et de gu.


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Hierzu darf angemerkt werden:
Im Gegensatz zu dem oben gezeigten Wappen aus Siebmacher, Band Preußen, Seite 139, Tafel 184, veröffentlichte Wappen
derer "v. Gerresheim":
"In golden-bordierten blauen Feld ein über goldene Sandberge springendes natürliches Reh.
Der mit blau-goldenem Wulst bedeckte Helm trägt das Reh wachsend. Decken: Blau-golden."


ist das Wappen "Rehbock"
aus der Sammlung "Armorial Général"
in der Schildfarbe in ROT gehalten.
Auch treffen andere Merkmale nicht zu. :!: :)

Insofern dürfte sich die Angelegenheit nun doch noch geklärt haben :!: :D
Zuletzt geändert von Claus J.Billet am 21.02.2011 11:14, insgesamt 2-mal geändert.
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Irmgard
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Beitrag von Irmgard »

..aber nun muß erstmal eine Verbindung hierzu hergestellt werden und nicht nur eine Übernahme wegen Namensgleichheit erfolgen!
Gewöhnlich glaubt der Mensch, wenn er nur Worte hört, es müsse sich dabei doch auch was denken lassen.

Fam.-Nam.-Bildung und Wort-/Begriff-Erklärung sind zweierlei! Wort- bzw. Begriff-Erklärungen führen zur Personifizierung eines Fam.-Namens und sind unbewiesene Spekulationen! Tatsächlich sind Fam.-Namen Adressen (wie ihre adligen Vorbilder) nach regionalen Regeln gebildetet aus Orts-/Örtlichkeitsnamen =Herkunftsnamen, die sich manchmal fälschlich als Worte lesen!
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Claus J.Billet
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Beitrag von Claus J.Billet »

Irmgard hat geschrieben:..aber nun muß erstmal eine Verbindung hierzu hergestellt werden und nicht nur eine Übernahme wegen Namensgleichheit erfolgen!
Richtig :!:
dies muß natürlich die erste Voraussetzung sein :!: :)

An diesem Vorgang zeigt es sich mal wieder, wie wichtig die
exakte Ahnenforschung ist :!:
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Hauschting
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Re: Familie von Rehbock

Beitrag von Hauschting »

Hallo ich suche auch nach einer Margret von Rehbock, verheiratet mit einem von Grappendorf. ZU Rehboch habe ich folgendes gefunden:
Von den Reböcken

Die RehböckeDie Reböcke sind auch eines Adelichen herkommens und Geschlechts / und für alters und so wol als zu unserer zeit / in grossem und rhumwirdigen ansehn gewesen, sonderlich bey den Grassen von Eberstein. / von welchen sie auch auff dem alten Schlos zum Poll / an der Weser gelegen / sonderliche Borglehne / mit Borgmans frei und Gerechtigkeit gehabt. Auch von dem Kaiserlichen freien Stifft Corbei / etliche stück zu Lehne getragen.

Ich finde aber keinen Eltern / als Johan Rebock / welches A.C. 1277. auff dem Hause Polle gewohnet hat. Und diese zeit hat auch Richelda Rebockin gelebet / die ist Otten von Beuensen Borchardts Sohn vermehlet worden.

Florian und Erbo Rebock gebrüdere / waren A. C. 1292 Hertzog Ernst zu Braunschweig und Herrn zu Göttingen Schudejungen. Sind auch A. C. 1305 neben und mit andern Gesellen vom Adel / zu Einbeck auff dem Teditzer Anger / auf einem adelichen Turnier gewesen.

Henrich Rebock hat gelebet A.C. 1326. Dessen Schwester Palma genandt / ward Fridriche von Leuthorst vermehlet / und desselben Fridrichs Schwester Eilica von Leuthorst / nam leztbenandten Henrichen Rebock zur Ehe / die zeugte ihm eine Tochter auch Palma genandt / die nam einen von Exter zur Ehe. Auch drey Söhne / Der erste Johan Rebock ist ohn Erben verstorben. Der andere Godeks / der zeugete Johan / von welchem Gerde Rebock komen ist. Dieser Gerdt mit seinen vättern Curdts Rebock / Curdtes Sohn und Johan seines Großvatern bruder Nachlaß lange zeit gehardert / aber Curde Rebock erhielt die sache mit dem Landtrecht. Der dritte Curdt Rebock / Henrichs Sohn / Johans und Godekens Bruder / wohnete auff dem Hauß Polle / nam eine von Karssenbroch zur ehe / die zeugete ihme zwent Söhne / Johan und Curdten / welche mit ihrem vättern Gerdt Rebock lange zeit gehardert (wie izo vermeldet) Mathilda aber Johans und Curdts Schwester / ward Geistlich / und kam ins Kloster Kemnaden. JohanRebock / Curdts Sohn / und des jungen Curdtes bruder / wohnete zum Polle auff seiner alten Borgmans hoffe / verlies eine Tochter Itta genandt / die ward einem von Karssenbroch vermehlet. Und einen Sohn Gerdt / welcher ohn Erben verstorben.

Curdt Rebock /Curdts Sohn und jtzgedachts Johans bruder / wohnete auch zu Poll in dem Borghause / ward auch der Fürsten zu Brunschweig un Herrn zu Göttingen Landvogt / aber das Land zu Göttingen / un ist bey mannigliche in grossem ansehn gewesen / dan er war ein feiner Reiter und wol versuchter Kriegßman. Er nam Johan von Heuenhausen Tochter zur Ehe / die war die letzte ihres Geschlechts / von der von Lenge geborn / und bekam mit ihr den Borgmans Hoff / mit den Gütern zu Moringen im Kurschagen gelegen / mit aller der dazugehörenden Frei und Gerechtigkeit. Diese zeugte ihm eine Tochter und einen Sohn.

Die Tochter Hasa genannt, ward Ludolffe von Didershausen des alten Ludolffs Sohn (Pust auff dem Daumen genand) vermehlet. Und haben auff der Hochzeit die jungen Gesellen über dem Namen der Braut und ihrem Wapen / ihre kurzweil und schimpfreden gehabt und gesagt / Ludolff von Oldershausen / bekompt zu gleich auff ein mahl / und an einem stück zweterich Wildebret / nemlich Rehe und Hasen / dann sie hies Hase Rebock / und ihr Wapen war ein Rebock. Ihr Bruder Johan Rebock / wonete ein zeitlang von wegen der Fürsten zu Brunschweig Wolffenbüttelscher linien / auff der Burgk zu Leuthorst /welches durch die entleibung des letzten Herrn von Humborg / und als desselben gemahlin Schoneta von Nassaw / welche Grene Hohenbuch von Leuthorst zur Leibzucht verschrieben / und aber zur andern Ehe/ Herzogen Otten zu Brunschweig / zum Hertzberge genomen / an die Fürsten zu Brunschweig komen war. Dieser Johan Rebock / nam Mariam von Nette zur Ehe / die war Ludolffs Tochter / von der von Steinberge geborn. Derselbe Johan Rebock / ist zu Leuthorst an unser lieben frawen Himelfartstage verstorben / drey Töchtere und sieben Söhne hinter sich verlassen.

Die erste Tochter Anna / starb zu Bockenem im sechsten Jahr ihres Alters. Die andere / Agnes starb zu Moringen, im zehnten Jahr ihres Alters. Die dritte Catharina / ward Ernste Wriesberge vermehlet. Der Erster Sohn Henrich Rebock starb zu Augßburgk / und ist daselbst christlich begraben. Der andere Ludolff Rebock / kam Anno 1546 den 24. Maij in der Schlacht vor der Drachenburg um sein leben. Der dritter Curdt Rebock starb zu Moringen ungefreit / und ward zu S. Martin daselbst begraben. Der vierde Bodo Rebock / ist zu Leuthorst geboren / auch daselbst im ersten Jahr seines Alters verstorben. Der fünfter Joachim Rebock / starb zu Leuthorst im andern Jahr seines alters. Der sechster Christoff Rebock / ist im Inglstadischen Zuge blieben. Der siebente Johan Rebock / war ein feiner und wohl versuchter Reuter / nam Annen Poslin zur Ehe / wohnete ein zeitlang zu Moringen auff der von Heuenhusen Hoffe / bawete darnach einen Adelsitz zu Bssinghusen / zwischen dem Sollinger walde und dem Wrpergebirge an der Espet gelegen. Aber sie hatten keine Kinder / Befürderten aber die ehre Gottes / und thaten den Armen Leuten viel guts. / So hielten sie auch mit jederman friedliche und gute nachbarschafft.

Dieweil er aber ein wolversuchter Kriegßman war / und nam Churf: zu Sachsen bestallung / auch etliche Jahr daher mangelt und Kleidung bekomen, ward er A. C. 15. mit seinen Pferden und Knechten auffgefudert / in Ungarn wider den Türken zu ziehen. Als er nun ganz wohlgerüstet außgezogen / und mit den Türken zum Scharmützel komen / ist er gefangen / und von den Türken gesebelt worden.

Durch diesen fall sind seine meisten Güter an die Wrißberger seiner Schwesterkinder komen. Seine Kinder verlassene Witwe Anna Postin / eine Gottselige / Christliche und Tugentsame Fraw / hielt ihren Witwenstandt / in aller Gottesfurcht zucht / und mit ehren / that Armen Leuten viel guts / und halff die ehre Gottes so viel sie vermocht / befürdern und fortsetzen. Endtlich ist sie zu Bssinghusen / an A. C. 1581 den 9. Novemb: in Gott seliglich verstorben / und zu Moringen in S. Martini Kirch / Christlich und Ehrlich begraben. Da ist ihr Grab mit einem zierlichen Stein bedeckt / auff welchen neben den Anden und Wapen, folgender vers zu sehn und zu lesen sind / also Lautend:

„Diese Witwe vor ihrem Ende /

Vierhundert Taler an die Armen wande.
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Claus J.Billet
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Re: Familie von Rehbock

Beitrag von Claus J.Billet »

Zur Schreibweise REHBOCK lesen Sie
bitte unter "Zedler"- Lexikon _
https://www.zedler-lexikon.de/index.htm ... ormat=1%27)
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