Stöbe
Verfasst: 31.03.2006 11:42
Hallo, ich suche (zur Hochzeit meiner besten Freundin) den Ursprung des Namens "Stöbe". Kann mir jemand weiterhelfen?
Viele Grüße, Kathrin
Viele Grüße, Kathrin


.. mit der Staubrose? Zur Hochzeit, kurz vor der Hochzeitsnacht!:lol:Wanderengel hat geschrieben: ob das eine gute Idee ist?
.. und z.B. noch Stöbbe hinzunehmen, quasi den gefällten StaubbaumIrmgard hat geschrieben: Mit fröhlicher Fantasie kannst du alle Begriffe zu einer Story verbinden und lieferst so vielleicht den Anreiz für ein neues Hobby![]()
Was sagt der Name?
von Hans-Markus Thomsen
Der Name Stoiber ist der bayerische Zweig einer großen Namenfamilie.
Dazu gehören auch die Steuber, Stäuber und Stauber - und die Stieber.
Alle Namen haben mit Staub zu t u n . Aber sie sind nicht so leicht
auseinanderzuhalten. Es gibt auch den Namen Staub, und der ist mit
rund 3000 Namensträgern sogar der häufigste. Staub ist ein Neckname
des M ü l l e r s , der j a , woher er k o m m t , wohin er g e h t , den feinen weißen
Mehlstaub mitbringt und überall verteilt.
Und Staub ist ein sogenannter mittelbarer oder indirekter Berufsname,
der nicht den Beruf direkt benennt, sondern ein Werkzeug oder ein
Produkt des Berufs. So heißt in Nestroys "Lumpacivagabundus" der
Schneider "Zwirn" und der Tischler "Leim". Der Schmied kann zum
Beispiel "Pinkepank" heißen (mehr als 300 Namensträger) - nach dem
Klang seines Hammers - und der Müller eben Staub. Dieser Name
erscheint als Familienname in vielfältigen Formen: als Steib, Staib,
Stäuble, Steible und Staible.
Auch der Stoiber hat mit Staub zu t u n , aber es gibt einen
entscheidenden Unterschied: Der Stoiber produziert den Staub nicht,
sondern er wirbelt ihn auf. Staubt der Müller eher gemütvoll und ohne
Absicht vor sich h i n , weil das sein Beruf so mit sich bringt, meint
Stoiber eine Charaktereigenschaft. Der Stoiber ist einer, der Unruhe
und Aufregung verursacht, Kritik und Empörung hervorruft, eben einer,
der Staub aufwirbelt.
Besonders anschaulich macht das ein Name, der ebenfalls zu dieser
Familie gehört: Staubesand. Ihn gibt es auch als Steubesand und
Stövesant. Am bekanntesten ist er aber wohl in der niederländischen
Form: Stuyvesandt. Petrus Stuyvesandt (1610-1672) war Gouverneur von
Neu-Amsterdam, das später New York genannt wurde. Aber sein Name meint
nicht den "Duft der großen weiten Welt", sondern einen Mann, der
soviel Hektik verbreitet, daß "der Sand stiebt".
Und es gibt noch eine dritte Erklärung: Der Name könnte direkt aus dem
Mittelhochdeutschen übernommen worden sein. Da ist stöuber etwas ganz
anderes und trotzdem sehr Ähnliches: ein "aufstöbernder Jagdhund".
Artikel erschienen am Fr, 19. August 2005
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