Heraldik – Teil VIII

2. Februar 2013   Heraldik Keine Kommentare

Von Claus J. Billet

Wappenschwindel, Wappenhandel

Der Wunsch ein eigenes Wappen zu besitzen hat mit dem Ende des 18. Jahrhundert, als die staatliche Überwachung der Wappenführung eingestellt wurde, zahlreiche betrügerische „Wappenhändler „ hervorgebracht.
Diese sogenannten „Heraldischen Institute“ oder Wappen-Büros, siedelten sich meist in großen Städten an und machten mit der Eitelkeit vieler Zeitgenossen blühende Geschäfte. Sie entnahmen aus alten Sammlungen Wappenzeichnungen, setzten den Namen des Interessenten darunter und verkauften dies dann als das „alte „ Familienwappen des Kunden.
Nach dieser Methode sind leider immer noch Firmen tätig. Diese operieren aus dem Ausland und sind mit dem deutschen Strafrecht leider nicht zu erreichen.
Besonders hat sich hier eine Firma „ Steinadler „ hervorgetan, ebenso wie eine amerikanische Firma, die ein sogenanntes „ Familienbuch „ vertreibt.
Trotz vielfältiger Warnung in den Medien gelingt es immer wieder diesen dubiosen Firmen, ihre „Erzeugnisse „ an gutgläubige Kunden zu bringen.
Bei den deutschen Staatsanwaltschaften stapeln sich die Anzeigen. (siehe auch:tipps.ahnenforschung.net/steinadler.html)

Leider nutzen noch viele Unternehmen die Unkenntnis der Interessierten aus um hier mit ihren „Machwerken „ Umsätze zu machen.
Auch erlebe ich immer wieder, dass ein Kunde mir voll Stolz „sein altes Familienwappen „ präsentiert das schon seit Generationen in der Familie existiert.
Oft genug kann man dann schon an der Zeichnung erkennen woher dies Wappen stammt. Das Problem ist nun dem Kunden zu vermitteln, dass dies angeblich alte Familienwappen eine Fälschung ist. Die Enttäuschung darüber ist naturgemäß dann sehr groß.
Ein weiterer Betrug ist es dem Kunden vorzuspielen, dass dies „alte Familienwappen „ welches durch „reinen Zufall „ gefunden wurde, in der großen „Europäischen Wappensammlung“ eingetragen sei oder im „Deutschen Archiv für Wappenkunde“. Diese beiden Sammlungen haben nie existiert.
Auch wird oftmals das „Mailänder Wappenbuch“ genannt, ebenso ein Schwindel. Die hierbei verwendeten Wappenbeschreibungen sind reine Dichtungen die meist in der Behauptung gipfeln: … der Wappenstifter ist adeliger Herkunft…hat an Turnieren teilgenommen….usw..

Ganz besonders tauchen auch auf Messen und Ausstellungen solche dubiosen Wappenhändler auf. Auch mit Prospektwerbung werden die meist unwissenden Kunden, mit großsprecherischen Versprechungen, angelockt.
Selbst in Kaufhäusern werden Kunden geworben. Mittels Computer wird in Minutenschnelle „geforscht“ und aus irgendwelchen kopierten Sammlungen ein Wappen, das den Namen des Kunden trägt, als dessen „altes Familienwappen „ angeboten und verkauft.
Wenn überhaupt ein schriftlicher Kaufvertrag zustande kommt steht irgendwo im Kleingedruckten der Hinweis, dass dies natürlich ohne Gewähr ist und der Kunde selber den Nachweis erbringen muß, dass das ihm ausgehändigte Wappen zu seiner Familie gehört.
Damit ist der Händler aus dem „Schneider“ … und der gutgläubige Kunde hat ein Wappen … welcjes das Papier nicht wert ist.
Eine andere Spezies die sich auf dem Markt tummeln:
Sogenannte „Heraldische Firmen“ mit teilweise sehr hochtrabenden Firmenbezeichnungen, die zwar korrekte Arbeit abliefern aber die Arbeit in Wirklichkeit von seriösen freien Heraldikern und Genealogen erstellen lassen um dann mit enormem Aufschlag diese Arbeiten unter eigenem Namen weiter zu veräussern. Aufschläge mit bis zu 300% und mehr, sind keine Seltenheit.
Diese Firmen sind in Wirklichkeit Makler die keinerlei Risiko dem Kunden gegenüber eingehen und jegliche Verantwortung scheuen.
Hiervor kann nur gewarnt werden.

Wo aber den korrekten Heraldiker und Genealogen finden ?
Hier helfen die bekannten eingetragenen Wappenrollen. Diese vermitteln Adressen von freien künstlerisch tätigen Heraldikern und Genealogen.

Siehe auch http://www.wappen-loewe.de
sowie : http://www.westfalen-heraldik.de

 

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